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Sprung zur aktuellen Entscheidung

( Ein Tatsachenbericht in 4 Akten von Jörg Steilner )

 1.      Akt

 Am Donnerstag, den 23. März 2000, öffne ich ahnungslos den Briefkasten und entnehme ihm meine Post. Darunter finde ich einen Brief mit dem Absender „Polizeipräsidium Bonn“ Ich mach das „Ding“ auf und lese mit großem Erstaunen: 

„Ermittlungsverfahren wegen Verdacht des Verbreitens von Schriftstücken mit fremdenfeindlichem Inhalt"

Vorladung zur Vernehmung als Beschuldigter, am 30.03.2000 im Polizeipräsidium Bonn
UA Staatsschutz / KK 1 .

Ich denke ich spinne !! 
Was soll ich gemacht haben ??
Ich überlege fieberhaft was die von mir wollen. 

Langsam dämmert es mir. In der Lachparade 1 steht doch seit Dez. 98 so ein als Behördenkarikatur gekennzeichneter „Asylantrag“.
Ob das der Stein des Anstoßes ist ?

Aber gerade dieser „Comic - Beitrag“ ist doch extra durch den vorgeschalteten Hinweis als nicht ernstgemeinter Spaß zu erkennen. 

Weil ich niemanden zu nahe treten möchte (Meine Homepage dient ausschließlich der humorvollen Unterhaltung) habe ich den Beitrag sofort gelöscht. 

2.      Akt  

(30.03.2000 Polizeipräsidium Bonn)

Nachdem der Pförtner meine Personalien aufgenommen, meinen Personalausweis kontrolliert und einen Passierschein ausgefüllt hat, begebe ich mich in diesem riesigen Labyrinth auf die Suche nach der Abteilung Staatsschutz. Dort endlich angekommen frage ich nach dem Herrn „X“ (Der echte Name ist der Redaktion bekannt).

Ich darf dann auf dem Flur warten, und nach 5 Min. kommt Herr X, und bittet mich ins Vernehmungszimmer. Nachdem er  meine Personalien aufgenommen, meinen Personalausweis kontrolliert und meinen Passierschein abgezeichnet hat, kommt er zur Sache. Er zeigt mir eine Kopie des „Asylantrages“ (also doch !!)

Auf meine Frage, ob er dieses „Schriftstück“ selber von meiner Homepage gesaugt hätte, oder ob mich jemand angezeigt hätte, bekam ich folgende Antwort.

Wenn er diesen „Asylantrag“ direkt auf den Tisch bekommen hätte, dann wäre er schon längst mit einem Durchsuchungsbefehl bei mir zu Hause gewesen und hätte meinen PC beschlagnahmt. Außerdem hätte er meine Homepage vom Provider (T-Online)  sofort löschen lassen. (Autsch das hat gesessen).

Aber er habe „nur“ von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf den Auftrag bekommen die Vernehmung durchzuführen, und das kam so: 

Akt 2a)

 Im Januar 2000 hatte ein Schulklasse der Realschule Dormagen das Thema „Asylanten“.

Da unserer heutige Jugend mit dem Internet vertraut ist, bediente sich einer der Schüler einer Suchmaschine und ließ nach „Asyl“ suchen. Auf die weise fand er meinen Comic – Beitrag. Allerdings anscheinend ohne den Zusammenhang zu kennen oder den Hinweis gelesen zu haben.

Der Asylantrag muss ihm gefallen haben, denn er druckte ihn aus und verteilte Kopien in der Schule. Eine dieser Kopien erreichte dann auch irgendwann die Lehrerin und die (was soll Sie auch anderes machen) war total empört und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf

 Akt 2b)

Der zuständige Staatsanwalt veranlasste sofort die Überprüfung meiner Homepage.

Der Sachbearbeiter muss wohl viel Spaß auf meiner Homepage (1624 Seiten) gehabt haben, denn es dauerte 2 Monate bis der „Fall“ beim Staatsschutz in Bonn landete. Weil er nichts strafrechtliches mehr finden konnte, hat er alle Seiten ausgedruckt auf denen mein Foto zu sehen war. Sogar das Bild von meinem Auto (mit Kennzeichen)  wurde der Akte beigefügt. Ausdrucke von der Lachparade oder von dem Hinweis waren leider nicht dabei.

 3.      Akt   (Die Vernehmung)

Der Beamte „X“, der selber, wie er mir sagte, noch nie auf meiner Homepage war, ließ sich von mir den Sachverhalt erklären. Ich erläuterte ihm den Aufbau der Lachparade und das niemand auf meiner Homepage den Asylantrag sehen könnte, ohne vorher den dazugehörigen Hinweis zu lesen.  Wenn jemand den  Asylantrag jedoch als Kopie verteilt, ohne den Hintergrund zu kennen, dann ist das eine böswillige Unterstellung von Fremdenfeindlichkeit, gegen die ich mich auf das schärfste verwehre.

Der inzwischen sehr nette Beamte (er hatte inzwischen anscheinend  gemerkt, das ich kein „rechtsradikaler – Rassist“ bin) nahm das alles zu Protokoll. Den Hinweis (den ich vorsichtshalber kopiert hatte)  legten wir mit zu den Unterlagen.

Dann teilte er mir mit, dass die „Sache“ nun zurück an die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gehe.

Er vermute das die das Verfahren einstellen werden. (Hoffen wir es )

 4.      Akt  (Die Entscheidung  des Staatsanwaltes)

Heute, den 21.08.2000 kam der langersehnte Brief von der Staatsanwaltschaft !!
Das Verfahren wurde eingestellt !! (Die Vernunft hat gesiegt)

Vielen Dank an euch alle, die ihr mich mit euren E-Mail´s
und Gästenbucheinträgen unterstützt habt.

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Schlussbemerkung meinerseits

Also wenn alles so Bierernst genommen wird, dann müsste Harald Schmidt
 (wegen seiner Polenwitze) schon seit Jahren im Knast sitzen.

Eure Meinung dazu würde mich brennend Interessieren

Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß mit meiner Lachparade

Herzlichst euer Jörg